Manifest für radikalen Abolitionismus: Totale Befreiung mit allen Mitteln, die nötig sind

von Dr. Steven Best

Die Bewegung die sich für nichtmenschliche Tiere einsetzt, befindet sich an einem kritischen Scheideweg, an dem es wirklich darum geht jetzt zu handeln oder zu sterben. In den frühen Achtzigern trat eine neue Tierrechtsbewegung in Erscheinung und erstrahlte voller Potenzial, aber in nur wenigen Jahren -aus welchen Gründen auch immer- verblasste das Licht und wurde schwarz wie Korruption; Opportunismus und Bürokratie löschten die Hoffnung auf eine echte Veränderung aus.
Im Laufe ihrer Entwicklung wurde es immer offensichtlicher, dass People for the Ethical Treatment of Animals (PETA) und andere Gruppen die Humane Society of the United States (HSUS) nachahmten, um auch riesige Konzerne und Mainstream-Maschinen zu werden. Weil sie zunehmend vereinnahmt und kompromittiert wurden, begannen Tierrechtsgruppen eher mit als gegen die Ausbeutungsindustrien zu arbeiten, um den andauernden Holocaust an nichtmenschlichen Tieren zu reglementieren, statt ihn zu eliminieren.

So hat zum Beispiel PETA im letzten Jahrzehnt McDonalds, Burger King und KFC dazu gedrängt, Käfige zu vergrössern und “weniger grausame, profitablere” Schlachtmethoden anzuwenden, [1] während HSUS aggressive Kampagnen für “humane Schlachtungen” durchgeführt hat und für “Eier, die nicht aus Käfighaltung kommen“. Diese Gruppen dienen definitiv den Interessen industrieller Ausbeuter und vertreten allgemein kapitalistische Prinzipien. Aber während PETA 1980 als Graswurzelorganisation begann und nie aufgehört hat die Animal Liberation Front (ALF) zu verteidigen und für Veganismus zu werben, blieb HSUS eine bürokratische Tierschutzgruppe seit sie 1954 gegründet wurde, HSUS verurteilt kontinuierlich die ALF, und hat vor der karnivoren Gesellschaft immer kapituliert, so dass sie nicht mal den Vegetarismus richtig unterstützen.

Falls noch irgendjemand daran Zweifel hatte, egal ob in der Industrie oder auf Seiten der Tierrechtler, beseitigte sie der Präsident und Vorstand der HSUS Wayne Pacelle in einem unterwürfigem Interview, das er Juli 2009 Agritalk Radio gab. Pacelle entschuldigte sich nahezu dafür vegan zu sein und versicherte der Fleisch-, Vivisektions-, Jagd-, Zoo-, und Zirkus-Industrie, dass sie von HSUS nichts zu befürchten hätten, weil es sein Ziel wäre “Anstand und Barmherzigkeit gegenüber Tieren“ zu vermitteln und nicht etwa ihre Betriebe zu schliessen.[2]

II.
Als direkte Antwort auf den erbärmlichen Reformismus und Opportunismus des bürokratischen „Tierschutzes” entstand eine neue Bewegung, die sich unmissverständlich für Tierrechte, nicht für ihren “Schutz” einsetzen wollte; die für völlige Abschaffung der Versklavung nichtmenschlicher Tiere kämpfte und nicht für ihre Reglementierung; und für Veganismus, nicht etwa für in irgendeiner Weise “humanere” Tierprodukte. Die neue vegane abolitionistische Bewegung wurde hochgradig durch die Arbeit von Gary Francione geformt und definiert, einem Professor für Jura an der Rutgers Universität.
In der Mitte der 90er Jahre fing Francione an die Doppelzüngigkeit der “neuen Tierschützer” aufzudecken, welche zwar den Begriff “Tierrechte” benutzten, aber eine “Tierschutz”-Politik verfolgten. Diese Politik, so argumentierte Francione, wäre unvereinbar mit dem was „Rechte“ bedeuten und würde sie sogar schwächen. Er erklärte, dass “Tierschutz”, egal in welcher Form, nur darauf angelegt ist der Industrie zu dienen und damit die Nachfrage nach tierischen Produkten eher erhöht wird, als sie zu vermindern;  es verschlimmert eher den Speziesismus und die Notlage der nichtmenschlichen Tiere in dem schrecklichen System der Ausbeutung, statt sie davon zu erlösen.
Francione hat die zunehmende Unzufriedenheit mit dem geschäftsorientierten Reformismus genutzt um Kräfte zu mobilisieren, er rief auf diese Weise eine wachsende Bewegung veganer Abolitionisten ins Leben. Um es akkurater auszudrücken, er hat die vegane Bewegung wiederbelebt, die 1944 zuerst von Donald Watson geschaffen und von den veganen Gesellschaften in Großbritannien und Amerika aufrechterhalten wurde. Diese Gesellschaften hielten an Watsons weitreichender politischer Vision fest, dass man Veganismus nicht nur als Ernährungsweise betrachten dürfe, sondern vielmehr als ethische und politische Verpflichtung, um dadurch die Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere zu beenden und tatsächlich alle Systeme der Unterdrückung abzuschaffen.[3]
Francione vermählte die pazifistischen Ideale des uralten Jainismus, Watsons vegane Sichtweise und die Philosophie von Tierrechten, die sich erst 1983 systematisch durch Tom Regan weiterentwickelt hat, und führte diese Einflüsse zusammen, um damit die neue Grundlage für den pazifistischen, veganen Abolotionismus zu bilden.

Francione spricht typischerweise so, als hätte er den Veganismus erfunden und unterwürfige Anhänger wie Roger Yates behaupten, dass eine echte “Tierrechtsbewegung” erst 2006 durch den wachsenden Einfluss von Franciones Arbeit entstanden sei.[4] Aber Francione hat sich im Wesentlichen an Watsons ursprünglichen Lehren orientiert, allerdings oftmals in verwässerter Form, indem er die ethische Vision beibehält, dass die Wahl des Essens mit der moralischen Verpflichtung gegenüber den unterdrückten nichtmenschlichen Tieren verbunden ist, aber ohne daraus eine beständige politische Verpflichtung abzuleiten gegen alle Formen der Unterdrückung und Ausbeutung zu kämpfen. Abolitionistische Ansätze gegenüber Speziesismus kamen bereits im 19. Jahrhundert innerhalb der feministischen Vivisektionsgegner auf, sie wurden von Watson und den neu entstehenden veganen Gesellschaften verinnerlicht, sie prägten die Bewegung der Jagdsaboteure in Großbritannien von 1960 bis heute – und entwickeln sich auf historische Art und Weise weiter, als Ronnie Lee 1976 die Animal Liberation Front gründete.

Während Francione eine kraftvolle Kritik am “Tierschutz” verfasste und die Tierrechtsphilosophie auf eine neue Stufe gebracht hat, hat er gleichermaßen bewiesen, dass er jeder politischen Vision beraubt und außerstande ist, eine echte Widerstandsbewegung zu bilden, die es schafft über ihre Stellung als Minderheit hinaus zu wachsen, die gegenwärtig von weniger als einem Prozent der menschlichen Weltbevölkerung vertreten wird. In Franciones religiöser, lauer und apolitischer Darstellung, bleibt veganer Abolitionismus eine elitäre Lebensweise weißer, eurozentrischer Konsumenten, die sich leicht durch Kapitalismus und vorherrschende Ideologien vereinnahmen lassen. Schlimmer noch, Francione hat eine kultähnliche Anhängerschaft hevorgebracht – “Franciombes”(*siehe Anm.) – die seine fundamentalistischen, starren, streitsüchtigen und manichäistischen Positionen nachplappern; mit sklavischer Hingabe zu ihrem Meister und seinem feindseligem Benehmen, Franciombes defamieren seine Kritiker in einer Weise die mehr zu Machiavelli passt als zu Jainisten.

III.
Der Guru und seine Schüler befinden sich in einem Tanz um Doktrin und Dogma. Genau wie christliche Fundamentalisten glauben Francione und seine Anhänger, dass sie im Inbesitz der einzigen Wahrheit sind, während alle anderen sich im Irrtum befinden. Zudem Francione behauptet es gäbe „keine Alternative“, alles wäre zum Scheitern verurteilt und würde ins Chaos führen- außer ihrer eigenen Vorgehensweise, die auf Rechtshörigkeit, sowie friedlicher Aufklärung beruht und sich auf Einzelpersonen und Konsumgewohnheiten konzentriert, statt auf Institutionen und die Produktionsanforderungen die durch globalen Kapitalismus entstehen. Für sie ist die Welt schwarz und weiß, die Antworten sind kurz und trocken und jede Komplexität wird in ein Prokrustesbett gezwungen, es geht um „entweder/oder“, statt sich durch die dialektische Logik von „beides/und“ beleben zu lassen.
Wenn es nach der pazifistischen Parteilinie geht, sind militante, direkte Aktionen (MDA) wie ökonomische Sabotage IMMER falsch und NIEMALS effektiv. Franciombes verzichten darauf komplexe Zusammenhänge und besondere Situationen zu analysieren, sie ziehen eine handliche a priori “Wahrheit” vor und wenden sie mechanisch auf jede Aktion an, die passiert ist oder passieren wird. Ihre Ignoranz gegenüber der Geschichte wird nur von ihrer mentalen Unnachgiebigkeit übertroffen. Seit über drei Jahrzehnten wurden in dutzenden von Ländern überall auf der Welt, in zahllosen Aktionen, Hunderttausende von gefangenen nichtmenschlichen Tieren durch Befreier und Saboteure gerettet; zahlreiche Zuchtfarmen für immer geschlossen, “Pelztierfarmer,” und Vivisektoren und zahllose Personen konnten überzeugt werden sich andere gut bezahlte Anstellungen zu suchen und Karrieren dort zu machen, wo keine nichtmenschlichen Tiere ausgebeutet werden, gleichzeitig wurden weltweit Menschen dazu inspiriert sich der Tierbefreiungsbewegung anzuschließen.
In all dem, können Franciombes keinen Wert erkennen oder dem etwas abgewinnen, obwohl Betriebe für immer geschlossen wurden, können sie nur die bodenlose Behauptung aufstellen, dass alles was an Eigentum zerstört wurde wieder aufgebaut und alle befreiten nichtmenschlichen Tiere „ersetzt“ werden. Das mag in manchen Fällen geschehen, aber angesichts der vielen Betriebe die ein für alle mal geschlossen wurden, ist dies schlichtweg eine falsche Behauptung; selbst wenn Tiere ersetzt und alles was zerstört wurde, wieder aufgebaut wird, reichen die wachsenden Versicherungskosten aus, um die Rentabilität kleinerer Unternehmen zumindest erheblich zu schwächen. Während dogmatische Pazifisten sich unter dem Deckmantel aus Ignoranz und Ablehnung verstecken, haben die Ausbeuter selbst längst die Effektivität von ALF Aktionen bewiesen.[5]
Dadurch, dass Sabotagetaktiken als “gewalttätig” verleumdet und Sachbeschädigungen mit Angriffen auf Menschen gleichgesetzt werden, übernehmen die Franciombes den reaktionären Diskurs und die Positionen des FBI und der vom Staat und der Industrie manipulierten Medien. Sie spielen unnötiger Weise Aufklärungsarbeit gegen illegale Taktiken aus (sogar gegen offene Befreiungen) und spalten damit, so als würden sich die beiden Methoden unvereinbar gegenüberstehen, statt sich gegenseitig ergänzende Aspekte eines revolutionären Prozesses zu sein.

Obwohl es einige Diskussionen über Kapitalismus, Zusammenhänge verschiedener Formen der Unterdrückung und über Bündnispolitik gab, drängt Francione zu einem vereinfachten, einseitigen Aufruf “vegan zu werden”, der auf das weiße, wohlhabende, privilegierte, westliche Publikum ausgerichtet ist, ohne jede Absicht Menschen anderer Hautfarbe, Familien aus Arbeiterklassen, die Armen oder China und Indien einzubeziehen – die bevölkerungsreichsten Nationen der Welt, die sich jetzt in einem raschen Umbruch befinden und dabei sind ihre traditionelle pflanzliche Ernährungsweise aufzugeben, um stattdessen westliche Ernährungsweisen zu übernehmen, die darauf basieren „Tierprodukte”, inklusive Fleisch, Milch und Eier zu konsumieren.

Francione bekräftigt damit die traurigen elitären und in Klassen einteilenden, rassistischen Stigmata mit denen Aktivisten für nichtmenschliche Tiere seit Anbeginn des “Tier-Protektionismus” im frühen 19. Jahrhundert behaftet sind – und er isoliert Veganismus und die Tierrechte damit von progressiven Bewegungen und dem gesellschaftlichen Mainstream. Unfähig eine strukturelle Theorie der Unterdrückung, Ausbeutung und ideologischen Hegemonie zu artikulieren, und in westlichen Dualismen feststeckend, sowie in der Konstruktion falscher Gegensätze, wie zwischen Produktion/Konsum, individuell/sozial und psychologisch/ institutionell, spricht Francione der Logik und den globalen Mechanismen des Kapitalismus jede Verantwortung ab, um die gesamte Last der Schuld und Verantwortung stattdessen auf den einzelnen Verbraucher zu legen.

Natürlich, Menschen haben Handlungsmacht und müssen die Verantwortung dafür übernehmen wie sie in ihrem persönlichen Leben damit umgehen, zum Beispiel indem sie die ökologischen und ethischen Konsequenzen ziehen und vegan werden. Aber politisch und pädagogisch ist es auch von entscheidender Bedeutung, dass die Bürger die gewaltige Macht der strukturellen Kräfte in ihrem Leben erkennen und in welcher Art und Weise wirtschaftliche und politische Institutionen tiefgreifende Hindernisse aufstellen, zu lehren, zu lernen und einen progressiven-ethischen und sozialen Wandel zu vollziehen.
Der psychologische und ethische Wandel ist notwendig, aber keine hinreichende Bedingung für die großen gesellschaftlichen Veränderungen die nötig sind, um tragfähige demokratische und ökologische Kulturen zu bilden.

Weil er die kapitalistische Ideologie des liberalen Individualismus verinnerlicht hat, bietet dieser Pseudo-Abolitionist nichts anderes als den denkbar banalsten und lausten Reformismus, der genausowenig die allumfassenden Beziehungen zwischen Herrschaftssystemen ändern kann, wie „Tierschutz“ die Ketten der speziesistischen Unterdrückung sprengen könnte, beides ist gleichermaßen ineffektiv. Anstatt Watsons Ansatz weiterzuentwickeln, bietet Francione eine regressive und hohle Version eines vielseitigen, ethischen, politischen Ideals, das sich gegen alle Formen der Ausbeutung und Hierarchie richtet.

IV.
Franciombes beseitigen jede Komplexität und Mehrdeutigkeit aus dem gesellschaftlich-politischen Bild, mit dem Mief von Arroganz, Dogmen und Herablassung. Sie klammern sich an die religiöse Überzeugung, dass jeder Ansatz für Veganismus, Tierrechte oder Abolitionismus der von dem abweicht, was Francione in Stein gemeiselt hat, falsch ist, reaktionär und “tierschützerisch” Sie verwenden wahllos den Ausdruck “neuer Tierschützer”, um andere in der Bewegung zu diskreditieren, so wie McCarthy mit dem Beinamen “Kommunist” herumschleuderte und nach dem 11.September Patrioten jeden mit dem Diskurs über “Terrorismus” terrorisierten, um ihre Gegner als irrationale Extremisten zu diskreditieren.

In der Tat, nachdem er angeblich Morddrohungen von Befürwortern konfrontativer und illegaler direkter Aktionen erhalten hatte, machte Francione auf dieselbe Weise wie McCarthy rücksichtslos Anschuldigungen und nannte Namen von jedem (einschließlich erklärter Pazifisten), der entfernt mit einer solchen hinterhältigen terroristischen Handlung in Verbindung stehe. Darüber hinaus brandmarkt Francione seine Gegner regelmässig als “verrückt” oder “irre”, als wenn fehlende Übereinstimmung mit seinen göttlichen Lehren Beweis für psychische Beeinträchtigungen wären. Er ist anscheinend blind, wie normalisierend und diskriminierend es sich auswirkt, wenn man grobe Dichotomien wie gesund/verrückt und rational/irrational verwendet.

Unfähig die Ursachen der hierarchischen Herrschaft und der ökologischen Krise an den Wurzeln zu packen, die Schuld auf Personen statt Institutionen verlagernd, ist Francione nicht in der Lage, die Art der Probleme zu erfassen unter denen andere Tiere leiden und der Planet wird damit allein gelassen, mögliche Lösungen und eine tragfähige Taktik zu bieten.
Und so bekommen wir nichts, außer dem hoffnungslos wagen, liberalen Pseudo-Allheilmittel „veganer Aufklärung“.
Anscheinend darauf beschränkt im Chor zu bloggen und podcasten, sind Francione & Anhänger jeder Politik beraubt und tatsächlich fehlen ihnen sogar die rudimentärsten Bausteine einer Theorie und auch jedwede Praxis in Sachen Aufklärungsarbeit – was mehr als ein kleines Problem ist, wenn man die Absicht hat den Wandel dadurch herbeizuführen, dass man über Veganismus aufkärt. Ihr Standpunkt ist absolut wahnhaft was ihre Überzeugung angeht, dass Veganismus das wichtigste Mittel und der Katalysator dafür wäre, um jeden Einzelnen zu überzeugen und damit den sozialen Wandel zu vollziehen. Diese faustkämpferischen Pazifisten klammern sich an einen christengleichen Glauben, dass irgendwie, irgendwann, ihre inselartige Polemik und schwachen “Aufklärungs”- Bemühungen dazu führen werden, dass sich das Herz und die Seele der Menschheit transformiert und sich dadurch die Gesellschaft als Ganzes verändern wird. Sie sind sich offensichtlich garnicht bewusst welche Schwelle wir gerade überschreiten, denn sie fordern langsame, schrittweise Änderungen inmitten eines raschen und systematischen ökologischen Zusammenbruchs.

Unglaublich, während globale ökologische und soziale Krisen rapide zunehmen, ignoriert Francione die wichtigsten Ereignisse des Tages – die menschliche Überbevölkerung, Artensterben, Entwaldung, den globalen Klimawandel und den zerstörerischen Wachstum der Ansprüche die mit der kapitalistischen Wirtschaft einhergehen. Das Modell der Chaostheorie, welches Franciombes nutzen um ihre kollektive Halluzination einer “veganen Revolution“ zu untermauern, passt viel mehr zum exponentiellen Wachstum des Fleischverbrauchs in China und Indien. Für jede Person, die vegan wird, entstehen tausende Fleischesser in diesen sich rasch industrialisierenden Kulturen und anderen Schwellenländern wie Brasilien und Südafrika. Angesichts der Besorgnis der Franciombes darüber, dass befreite nichtmenschliche Tiere „ersetzt“ werden könnten, scheint ihnen ganz zu entgehen, wie das zu ihrem eigenen einseitigen Ansatz passt; und dass für jeden neuen Veganer den sie feiern, kontinuierlich Armeen Nekrovorer geboren und aufgezogen werden.

Franciones Ansatz ist selbstgefällig, losgelöst von der Realität, und irrelevant angesichts des massiven und komplexen Kampf der nötig ist, um den biologischen Zerfall und die ökologische Katastrophe zu verhindern. Pazifistischer Veganismus als Lebensstil ist eine weitere Sackgasse und unbegründete Hoffnung, völlig unzureichend, um es mit der beispiellosen Herausforderung eines Planeten in der Krise aufzunehmen. Wenn er einmal progressiv war, ist Franciones Ansatz nun eindeutig reaktionär. Es ist eine Pseudo-Abolitionistenbewegung, spießbürgerlicher Lifestyle-Veganismus, es ist ein eindimensionales, eurozentrisches, weißes, elitäres, konsumorientiertes, kapitalistisches Konstrukt, das Veganer und Abolitionisten schnell wieder verwerfen sollten.

Obwohl Franciombes versuchen dem Abolitionismus ihr Warenzeichen aufzudrücken und jede andere Vision außer der eigenen als „Tierschutz“ schmähen, schafft diese Gruppe es nicht die Türen ihrer eigenen kultartigen Theologie aufzusprengen, die Denkweise neu zu überholen, gesunden Menschenverstand wiederherzustellen und Veganismus in seinem weitesten politischen Kontext zu bringen – und neuen Möglichkeiten für eine revolutionäre Veränderung Kraft zu geben. Unsere Möglichkeiten sind nicht auf die “Tierschutz”bestrebungen der HSUS oder den Pseudo-Abolitionismus-und Lifestyle-Veganismus von Francione beschränkt. Es gibt andere Wege, wie die Geschichte zeigt und die Zukunft erfordert.

V.
Wir brauchen ein weitaus vielfältigeres und radikaleres Konzept des Abolitionismus, der seine Kraft und Stärke aus der Bewegung gegen die Sklaverei im 19. Jahrhundert bezieht, die in Amerika (und natürlich früher in Großbritannien) aufkam – und sie wiederbelebt.
Im Gegensatz zur blassen Imitation und Karikatur die Franciombes anstreben, ist die Version des Abolitionismus die wir vertreten weitaus mehr im Einklang mit der Radikalität, dem Pluralismus und der Bündnispolitik (nicht perfekt und unbeständig wie sie immer war) des Abolitionismus des 19. Jahrhunderts. Aber um Nostalgie und veraltete politische Modelle zu vermeiden, bezieht er sich auch auf viele andere zeitgemäße Theorien und politische Bewegungen. Wir erkennen die Notwendigkeit einer radikalen sozialen Veränderung und wir verstehen, dass der Kampf gegen Speziesismus, Kapitalismus, den Staat und Hierachien in all ihren Formen, an vielen Fronten gleichzeitig geführt wird. Wir wollen eine Bewegung wiederbeleben die an wirtschaftliche Opportunisten verkauft wurde und von Pazifisten paralysiert ist, die mit der latenten “Menschlichkeit” der Unterdrücker sympathisieren und den militanten Flügel der Tierbefreiung dämonisieren, einer perversen Umkehrung von Loyalität und fehlgeleitete Sentimentalität die sich in einer Art Stockholm Syndrom manifestiert, welches in der Denkweise von fundamentalistischen Pazifisten erkennbar ist.[6]
Wir können den Krieg der Wirtschaft gegen nichtmenschliche Tiere und den Planeten nicht allein durch bloggen, Flyer verteilen, am gemeinsamen Tisch sitzen und Rezeptbücher gewinnen. Kapitalismus ist grundsätzlich zerstörerisch und eine Veränderung wird niemals eintreten, indem man ausschließlich aufklärt und gut zuredet – oder ohne eine Bewegung die stärker ist als die Vertreter und Institutionen der omniziden Vernichtung. Wie schon der radikale Pädagogik-Theoretiker Paulo Freire klarstellte – Bildung kann nur ein Teil einer weitaus größeren und mehrgleisigen Bewegung sein, die Widerstand leistet, kämpft und verändert.
Daher werden, wie bei allen vorherigen Revolutionen, menschliche und nichtmenschliche Tiere ihre Freiheit nicht gewinnen, weil die Unterdrücker plötzlich das Licht der Erkenntnis sehen, sondern weil genug Menschen die Wahrheit erkennen und lernen wie man die Strukturen der Macht erschüttert, und daran rüttelt bis neue soziale Übereinstimmungen daraus entstehen.
Es sind nicht nur die Inhalte von Franciones Positionen die wir herausfordern, sondern auch seine gesamte Vorgehensweise. Wir können nicht im Kampf um Freiheit weiterkommen oder hoffen politisch relevant zu sein, wenn wir nicht Franciones dualistische entweder/oder Logik aufgeben, um sie durch ein dialektisches beides/und zu ersetzen, das alle erlogenen Dichotomien und falschen Trennungen aufgibt.
Wir brauchen Bildung und Agitation, Mainstream und militante Taktiken, friedlichen Widerstand und Konfrontation und Sabotage, sowie öffentliche/legale und verdeckte/illegale Mittel zur Schwächung des speziesistischen Kapitalismus.

Wir brauchen mehr, nicht weniger vegane Aufklärung, auf eine Art und Weise durch welche die Enklaven der weißen Privilegierten zerschlagen werden, in die Francombies Abolitionismus einpflanzen wollen – und die Armen erreicht werden, die Arbeiterklassen, Innenstädte, weniger industrialisierte Nationen, und am entscheidendsten, die aufbrechenden Krisenherde in den expandierenden Bevölkerungsriesen China und Indien. Und entgegen einer seiner hartnäckigsten und geistlosesten, falschen Ansichten, müssen auch diejenigen erreicht werden die im Untergrund aktiv sind, um nichtmenschliche Tiere durch Einbrüche zu befreien und Tiere aus Tötungstationen retten.
Während wir die Animal Liberation Front und Earth Liberation Front unterstützen, und die Notwendigkeit ökonomischer Sabotage verteidigen, ist uns auch bewusst, dass Sachbeschädigung nur die Nachhut darstellt und nur ein geringes Mittel des Widerstandes ist, den eine große soziale Bewegung hervorbringen muss.
Aber trotzdem ist es ein wichtiges – oftmals das einzige – Mittel des Widerstands gegen das kapitalistische System, welches auf Eigentum basiert. Und es hilft uns, während wir zeitgleich daran arbeiten politische Allianzen auf globaler Ebene zu bilden, auf eine beispiellose, weitreichende und alles einschließende Weise.
Der pluralistische und sich im Kontext befindende Ansatz auf dem unsere Position beruht, nimmt den tatsächlichen Wert und die Aussagekraft des veganen Abolotionismus in sich auf, aber ohne lähmenden Dogmatismus und ohne dadurch handlungsunfähig zu werden, dass man effektive Methoden zurückweist, weil diese einfach nicht einem historischen Regelwerk oder utopischen Ideal entsprechen, welches nur dazu dient die Unterdrückung zu stärken und Unterdrücker in Sicherheit zu wiegen, dass sie von einer “oppositionellen” Bewegung nichts zu befürchten haben.[7] Er verwirft den Fetisch sich nur auf eine Sache zu konzentrieren und die Selbstzufriedenheit durch eine Klasse oder Rasse privilegiert zu sein, zugunsten von Vielfalt, Solidarität und Brückenbau mit denjenigen die wirtschaftlich am meisten benachteiligt sind und politisch an den Rand gedrängt werden.
Nur auf diese Weise kann die grundlegende Bedeutung des Veganismus und der Tierrechte verstanden und durch eine soziale Mehrheit respektiert werden; nur in Verbindung mit anderen Kämpfen kann sein revolutionäres Potential realisiert werden.

In dem konsumorientierten und privatisierten Lebensstil der von Francombies verfochten wird, ist Veganismus das Opium fürs Volk, und Murray Bookchins Polemik gegen apolitischen “Lifestyle-Anarchismus” passt ohne weiteres auf den dunstigen Lifestyle-Veganismus der von Franciombes und anderen angestrebt wird.[8]

Wir befürworten eine Form von Abolitionismus der (1) den taktischen Einsatz von massiv Druck ausübenden, direkten Aktionen rechtfertigt und verteidigt, einhergehend mit illegalen Aktionen, Befreiungen und Sabotage; (2) den Kapitalismus als grundsätzlich irrationales, ausbeuterisches und destruktives System sieht, und den Staat als ein korruptes Instrument dessen Funktion es ist, die wirtschaftlichen und militärischen Interessen des Herrschaftssystems der Unternehmen zu fördern und den Widerstand gegen ihre Agenda zu unterdrücken; (3) ein weitreichendes, kritisches Verständnis dafür hat, wie die unterschiedlichen Formen der Unterdrückung miteinander verbunden sind, die Befreiung menschlicher Tiere, nichtmenschlicher Tiere und der Erde als untrennbares Unterfangen sieht und daher, (4) eine anti-kapitalistische Bündnispolitik mit anderen Bewegungen vertritt, die für Rechte, Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen – und das gemeinsame Ziel haben, alle Systeme hierarchischer Herrschaft zu entmachten und die Gesellschaft durch dezentralisierende und demokratisierende Prozesse wieder aufzubauen.[9]

VI.
Wir bilden diese neue Gruppe, aufgrund der Notwendigkeit eines radikalen sozialen Ansatzes für Veganismus und Tierrechte, der den bürgerlichen Liberalismus überwindet; der Notwendigkeit einer globalen Linken, die Speziesismus und alle anderen veralteten Vorurteile und Formen der Unterdrückung aufgibt; der Notwendigkeit für post-hierarchische Weltanschauungen und demokratische, ökologische Gesellschaften; und aufgrund der Notwendigkeit totaler Befreiung und revolutionärer Umgestaltung.

Vergesst Francione …
Wir müssen die Befreiung von anderen Tieren mit der Befreiung von Mensch und Erde verbinden und eine revolutionäre Bewegung bilden, die stark genug ist, um die kapitalistische Hegemonie zu besiegen und die Gesellschaft neu zu erschaffen, ohne die erdrückende Last von Anthropozentrismus, Speziesismus, Patriarchat, Rassismus, Klassendenken, Etatismus, Heterosexismus, Behindertenfeindlichkeit und jeder anderen Form von bösartiger hierarchischer Herrschaft.
Es könnte sein, dass die Menschheit bei diesem Unterfangen nicht erfolgreich sein wird, aber es ist eine Aufgabe, die wir auf uns nehmen müssen. Es ist nicht mehr die klassische Wahl zwischen “Revolution oder Barbarei”, sondern jetzt ist es die Wahl zwischen Revolution oder ökologischen Kollaps und Massensterben.

Wir haben zwei Ziele. Erstens wollen wir die fatalen Fehler in Franciones Ansätzen offenlegen, und eine gute Alternative zu seiner unpolitischen, eindimensionalen und einseitigen Form von Abolitionismus anbieten. Dieser Ansatz bietet eine größere Offenheit, Vielfalt und Flexibilität bei Taktiken, im Gegensatz zu den dogmatischen und künstlich begrenzten Möglichkeiten die Francione bei seinen extremen pazifistischen Ansätzen übrig lässt. Da dieses alternative Modell vielfältiger, multidimensionaler und weitaus politischer ist, ermöglicht es eine Bündnispolitik mit anderen fortschrittlichen und radikalen Bestrebungen und Gruppen.
Und weil wir Allianzen wollen, ist es entscheidend, dass wir Wege finden, Brücken zu bauen und Gemeinsamkeiten herauszubilden. Und daher ist unser zweites, recht bescheidenes Ziel, einfach einen Raum für neue Formen des Denkens und Kämpfens zu schaffen, die um das Ideal der totalen Befreiung kreisen und um eine neue Ethik und Politik, die den Humanismus übersteigt – wie auch immer dieser im allgemeinen definiert wird – und alle fühlenden Wesen und die Natur einschließt. Wir müssen in erster Linie Kommunikationskanäle bilden, um vegane Gesellschaften und alle die sich für nichtmenschliche Tiere einsetzen, mit denen zu verbinden die sich für die Befreiung menschlicher Tiere und ökologische Belangen einsetzen, um eine Politik für das 21. Jahrhundert zu repräsentieren. In diesem Bestreben hoffen wir, dass diese Webseite -und mögliche andere- zu einer gehaltvollen Sammelstelle für Informationen und ein wertvolles Medium für Diskussionen und Debatten wird.

Wir rufen jeden Einzelnen und alle Menschen, die diesen Gruppen angehören, dazu auf, zu unserem entscheidenden Unterfangen beizutragen. Natürlich wird man bei diesem breiten Spektrum von Gedanken und Politik nicht in allen Punkten übereinstimmen, aber es ist wichtiger sich auf das was uns verbindet und gemeinsame Sorgen zu konzentrieren, wie die verheerenden Auswirkungen des Kapitalismus auf die sozialen, empfindungsfähigen und natürlichen Welten und das gemeinsame Anliegen von Frieden, Gerechtigkeit, Gleichheit, Demokratie, Rechten, Autonomie und Ökologie.

Anmerkungen
* der Begriff „Franciombes“ bezeichnet die unkritischen Anhänger („combies“ = wie Zombies), die ihren Meister Francione nicht hinterfragen, bzw. ihre Unfähigkeit zu eigenem Denken und Handeln

Notizen

[1] siehe PETA, “The Case for Controlled-Atmosphere Killing” ( peta.org/cak/ ).

[2] Transkript des Interviews (engl.) unter: http://www.cattlenetwork.com/Content.asp?contentid=327066 .

[3] Watson’s Essay von 1944 in dem er für ein weitreichendes ethisches und politisches Konzept des Veganismus kämpft, findet sich hier (engl.): http://www.ukveggie.com/vegan_news/vegan_news_1.pdf .

[4] Roger Yates, “Three Years Young” (http://human-nonhuman.blogspot.com/2008/12/three-years-young.html).

[5] Susan Paris, Präsidentin der führenden Lobby der Vivisektionsindustrie („Americans for Medical Progress“ /„Amerikaner für medizinischen Fortschritt“), gibt zum Beispiel zu, dass die ALF grossen Einfluss auf Vivisektoren genommen hat, so schreibt sie, “Aufgrund terroristischer Aktionen von Tieraktivisten wie Coronado, wurden bedeutende Forschungsprojekte verschoben oder aufgegeben. Immer mehr der geringen Gelder, die für die Forschung zur Verfügung standen, wurden für erhöhte Sicherheitsbemühungen und für höhere Versicherungssätze ausgegeben. Vielversprechende junge Wissenschaftler lehnen Karrieren in der Forschung ab. Erstklassige Forscher verlassen das Feld.”. Und mehr noch, August 1993 beschreibt der Bericht an den Kongress, der sich mit „Animal Enterprise Terrorism“ (Terrorismus gegen „tiernutzende“ Firmen) befasst, wie effektiv ALF Taktiken sind:, “Wenn man die direkten, kollateralen und indirekten Effekte solcher Vorfälle zusammenfasst, kann man die erklärte Taktik der ALF, die ökonomische Sabotage, als erfolgreich bezeichnen – und ihre Zielsetzung, zumindest gegenüber der Einrichtung die ihr zum Opfer fällt, als erfüllt.” Beide Zitate sind hier zu finden (engl.): http://www.animalliberationfront.com/ALFront/ALFPrime.htm.

[6] Als eindringliches und groteskes Beispiel für das Stockholm Syndrom und die Verinnerlichung des kapitalistischen Superegos, betrachte man Lee Halls skurrile Attacke auf MDA (militante, direkte Aktionen) in ihrer selbst herausgegebenen Abhandlung, Capers in the Churchyard: Animal Rights Advocacy in the Age of Terror (2006) (übersetzt: „die Tierrechtsbewegung im Zeitalter des Terrors“). Eine kritische Zerlegung der unzähligen Trugschlüsse, Fehler und miserablen Recherche welche dieses pazifistische Propaganda-Traktat prägen (das man leicht mit einem politischen Angriff der Vivisektionsindustrie oder des FBI verwechseln könnte), ist in den Essays von Best und Miller zu finden, die unter Notiz [7] gelistet werden. Auch nachzulesen in den vernichtenden Kritiken von britischen Aktivisten, die stark in die Kampagnen involviert waren, die von Hall verzerrt und diskreditiert wurden:  Steven Best, Jason Miller, Joan Court, Janet Tomlinson und Lynn Sawyer, “Presence of Malice: UK Activists Vs. Lee Hall” (http://thomaspainescorner.wordpress.com/2009/03/23/presence-of-malice-uk-activists-v-lee-hall/), Alison Banville, “Lee Hall: Unplugged and Unmasked” (http://thomaspainescorner.wordpress.com/2009/09/10/lee-hall-unplugged-and-unmasked/); und von Lynn Sawyer, “On the Practice of Pluralism: A Response to Lee Hall and the London Vegan Festival Controversy” (in Kürze erscheinend).

[7] Zur hohen Bedeutung einer pluralistischen und kontextualistischen Strategie, siehe Steven Best und Jason Miller, “Pazifismus oder Tiere: Was liebst du mehr? Eine Kritik an Lee Hall (Friends of Animals) und dem Franciombe Effekt in der neuen abolitionistischen Bewegung” (engl.) (http://thomaspainescorner.wordpress.com/2009/02/07/pacifism-or-animals-which-do-you-love-more/), und “Abwendung des Chinasyndroms: Die Erwiderung auf unsere Kritik und die Anhänger des fundamentalistischen Pazifismus” (engl.) (http://thomaspainescorner.wordpress.com/2009/02/24/averting-the-china-syndrome-response-to-our-critics-and-the-devotees-of-fundamentalist-pacifism/).

[8] Murray Bookchin, “Sozialer Anarchismus oder Lifestyle Anarchismus: Eine unüberbrückbare Kluft” (engl.) (http://dwardmac.pitzer.edu/ANARCHIST_ARCHIVES/bookchin/soclife.html).

[9] Über Bündnispolitik im Rahmen einer Revolution: Einführung, Steven Best und Anthony J. Nocella II (eds.), Igniting a Revolution: Voices in Defense of the Earth (2006, AK Press).

Wie ihr unserem Netzwerk bei Facebook beitreten könnt:
-sucht auf Facebook unter „Gruppen“ nach “Radical Abolitionism: Total Liberation by Any Means Necessary” und wählt „Gruppe beitreten“ (Anmerkung 9.April 2010: Gruppe wurde von Facebook zensiert und gelöscht), oder schickt eine email an camille@negotiationisover.com mit dem Betreff “Faceboook Radical Abolition Group”